Vergangene Ausstellungen

des Kunstvereins das Damianstor e.V. Bruchsal

  

  

  

2015

Jörn Kausch

Claudia Tebben

Skulpturenmeile

Franziska Schemel

Gerd Kanz

2014

franz E hermann

Gerda Bier

Reinhard Scherer

Ingeborg Dammann Arndt

2013

Jörk Bach

Julia Staiger

Mozartwettbewerb

Daniel Erfle

A. Haring & Michael Mahren

2012

Gerhard Fröml

J. und K. Albert

Mauro Staccioli

Oliver Czarnetta

2011

Reinhard Roy

Sabine Brand Scheffel

Michael Klenk

Jupp Linssen

2010

Hans Michael Franke

Manfred Holtfrerich

Matthek & Sprenger

Sabine Funke

2009

S. und V. Klary

Norbert Huwer

Peter Kastner

Armin Göhringer

2008

Doris Kaiser

Jürgen Paas

Laurent Reypens

Anna Kocourková

 

2007

Klasse Volker Lehnert

Dirk Hupe

Stefan Kunze

Peter Riek

Ren Rong

 

2006

  Helge Hommes

  Horst Peter Schlotter

  Kunstpreis "30x30x30"

  Andreas Widmer

  Thomas P. Kausel

 

2005

  Sibylle Schlageter

  3 MalerInnen aus  Baden

  Harry Meyer

  Bernd Hennig

  Hubert Huber

 

2004

  Angelika Summa

  Reiner Nepita

  Hans Sieverding

  Lorenzo Mardaresco

 

2003

   Alexandra Deutsch

   Edda Jachens

   Joh. Helbling-Felix

   Hans Thomann

   Ulrich Klieber

  


Ausstellungsprogramm 2015:


22.03.-19.04. Jörn Kausch - 21 Jahre Später

Die Rede zur Ausstellungseröffnung von Walter Jung finden Sie hier


17.05.-14.06. Claudia Tebben - Expressive Malerei

Die Rede zur Ausstellungseröffnung von Martina Wehlte finden Sie hier


14.06.-13.09. Skulpturenmeile, mit Rundgang zur Eröffnung:

Anlässlich des vierzigjährigen Jubiläums des Kunstvereins und der Heimattage Baden Württemberg zeigt der Verein in Zusammenarbeit mit der Stadt Bruchsal sechs Skulpturen von bekannten Künstlern aus Baden Württemberg entlang einer Route durch die Innenstadt von Bruchsal. Gezeigt werden Werke von:

 

Gerda Bier links, Hans Michael Franke rechts

 

Werner Pokorny

 

 

Armin Göhringer links, Reinhard Scherer rechts

 

Günter Wagner

 


13.09.-11.10. Franziska Schemel

Die Rede zur Ausstellungseröffnung von Martina Wehlte finden Sie hier


22.11.-20.12. Gerd Kanz 

Die Rede zur Ausstellungseröffnung von Martina Wehlte finden Sie hier

 


Ausstellungsprogramm 2014:

 

23.03. - 20.04.  franz E hermann - Fotoarbeiten, Installationen

Marcel Duchamp. In der künstlerischen Ahnengalerie von franz E hermann steht der Erfinder der "ready mades an erster Stelle. Wie Duchamp verpflanzt der Künstler alltägliche Gegenbstände in ein anderes Umfeld und deklariet sie dadurch als Kunst. Beim Meister des Urinals ist Kunst jedoch in erster Linie konzeptuelle Idee, nicht die ästhetisch-kreative persönliche Ausbildung einer Bild- oder Objektvorstellung. An dieser Schnittstelle trennen sich bereits die Wege von Duchamp und hermann. Der Maler und Fotokünstler konterkariert das Credo seines Vorbilds, indem er die Fundsachen des Alltags nicht nur in einen anderen räumlichen Kontext stellt, sondern sie durch die multimediale Bearbeitung am PC und traditionelle haptische Malarbeit zu einer eigenen ästhetischen Behauptung verfremdend überhöht. In seinen Arbeiten lotet hermann die durch die Digitalisierung enorm erweiterten Möglichkeitendes Mediums der Fotografie auf vielfältige Weise aus. Er manipoliert zwar das Objekt ebenso wie dessen subjektive Wahrnehmung. Mit manipulation im ideologischen Sinne hat diese Verfahrensweise indes nichts zu tun. Weil franz E hermann nichts vertuscht und nichts beschönigt. Er vertieft. In seiner gestalteten Wirklichkeit die berührende Wahrheit zu entdecken bleibt dem Betrachter als Herausforderung - und Ggeschenk.

Wolfgang Nußbaumer

Einige in Installationen verwendete Videos gibt es auch im Netz, z.B.:

http://www.youtube.com/watch?v=HJYErv5AN5o

Die Rede zur Ausstellungseröffnung von Martina Wehlte finden Sie hier


 

18.05. - 15.06. Gerda Bier - Figur und Gehäuse

Zwei Werkgruppen kennzeichenen das künstlerische Schaffen von Gerda Bier: Die Skulptur ist Ausgangspunkt ihres künstlerischen Tuns. Die Materialcollage hat sie erst ab 1998 konsquent entwickelt. Ihren Figurenobjekten und ihren Materialcollagen ist gemeinsam, dass sie für ihre Herstellung Fundstücke und Gegenstände des Alltags verwendet. Diese befragt sie nach künstlerischen Aspekten, überarbeitet die Teile und fügt sie zu einem neuen Ganzen zusammen. Dabeikommt sie zu überraschenden Aussagen.

Franz-Walter Schmidt

Die Rede zur Ausstellungseröffnung von Martina Wehlte finden Sie hier


14.09. - 12.10. Reinhard Scherer - Netzwerke – Kristalline Raumstrukturen

Reinhard Scherer arbeitet seit nahezu 40 Jahren mit Eisen und Stahl, und - er ist kein Erzähler. Weder möchte er mit seinen abstrakten Gefügen Metaphern schaffen noch irgendwelche Assoziationen mit Vertraut-Dinglichem oder Vertraut-Figürlichem hervorrufen. Ob im kleinen oder mittleren Format oder in der Großplastik - sein schöpferisches Interesse gilt allein der Konstruktion dreidimensionaler Raumgebilde und ihrer jeweiligen Bestandteile, aus denen sie sich zusammensetzen. Mittelpunkt seiner Arbeit ist der dialogische Prozess der Fügung, bzw, Addition von Einzelelementen zu plastischen, vielteiligen Gebilden, die sich in komplexer Korrespondenz mit dem sie umgebenden Raum befinden - diesen strukturieren, durchdringen, ja durchfurchen oder als Volumen der Leere fassen.

Anja Rumig

Die Rede zur Ausstellungseröffnung von Martina Wehlte finden Sie hier


23.11. - 21.12. Ingeborg Dammann Arndt - Raumlandschaften

Seit 2003 widmet sich Ingeborg Dammann-Arndt mit unendlicher Intensität großformatigen Graphitzeichnungen. Ihre Inspirationsquellen sind die Natur und organische Formen ebenso wie alltägliche Dinge. Sie bildet nicht ab, sondern schöpft aus Anregungen und Vorstellungen Neues, entwickelt eine eigene ausdrucksstarke plastische Sprache. In dem sie weiße Papierbogen mit einer kaum zählbaren Menge an Strichen ausfüllt, verwandelt sie deren Flächen in eindrucksvolle Figuren oder Räume von beeindruckender Tiefe und faszinierender Dynamik.

Elke Grapenthin

Die Rede zur Ausstellungseröffnung von Martina Wehlte finden Sie hier

 


 

Ausstellungsprogramm 2013:

17.03. - 14.04.  Jörg Bach - Skulpturen

Den Text der Rede zur Eröffnung dieser Ausstellung von Clemens Ottand finden Sie hier

Wirbel, 2012, Corten, 29 x 94 x 36 cm

Jörg Bach ist Spezialist im Umgang mit dem Werkstoff Metall und weiß dessen großes Potential eigener Ausdruckskraft, energiegeladener Ausstrahlung und spezifischer Haptik auf vielfältige Weise für seine künstlerischen Absichten zu nutzen.Er bringt einerseits das spröde und widerständige Material in formale Schwingung und entlockt ihm Lebendigkeit und elegante Leichtigkeit. Andererseits bringt er die kraftvolle Präsenz des Metalls sehr bewusst ins Spiel.

Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck

Reflektor, 2011, Edelstahl poliert, 154 x 160 x 140 cm


19.05. - 16.06.  Julia Staiger - Malerei

Den Text der Rede zur Eröffnung dieser Ausstellung von Martina Wehlte finden Sie hier

 

O.T., 2010, Acryl/Öl auf Leinwand, 160x125cm

O.T., 2010, Acryl/Öl auf Leinwand, 120x95cm


14.07. - 28.07.  Mozartwettbewerb

Die Stadt Bruchsal feiert dieses Jahr ein Mozartjahr. In diesem Rahmen hat der Kunstverein in Zusammenarbeit mit der Stadt einen entsprechenden Wettbewerb durchgwführ. Die Details finden sich auf der entsprechenden Seite der Stadt. Den ersten Preis (dotiert mit 2000€) erhielt Klaus Dieter Steinberg, den zweiten (dotiert mit 600€) Charlotte Schwarz-Sierp, und den dritten (dotiert mit 400€) Jutta Albert. Der Kunstverein bedankt sich an dieser Stelle noch einmal für die großzügige Unterstützung bei der Stiftung Volksbank und bei der Stadt Bruchsal.

Klaus Dieter Steinberg mit seiner Arbeit "Des Wunderkindes goldenes Händchen oder der direkte Weg"

Der Redetext zur Ausstellungseröffnung von Dr. Martina Welte findet sich hier.


15.09. - 13.10.  Daniel Erfle - "RAUMFÄNGER" Papierrisse, Objekte, Installation

Den Text der Rede zur Eröffnung dieser Ausstellung von Martina Wehlte finden Sie hier

 Die formale Idee einer aus der zweidimensionalen Fläche in zusammenhängender Linie gerissenen und gestalteten dreidimensionalen Figur unterstreicht den inhaltlichen Aspekt des Transformativen in Erfles Papierkunst. Die Arbeiten unter dem Titel T-RAUM-REUSEN sind allesamt Einladungen, die Wahrnehmung realer Räume in Perspektiven unser Traumwelten weiterzuführen. Der Betrachter wird durch sie angeregt, tiefere Wirklichkeiten im Traum aufzuspüren, den Übergängen und Überlagerungen unterschiedlich bewusster Wahrnehmungen nachzudenken, sie mit eigenen Traumzeichen in Verbindung zu bringen, in jedem Fall deutlich mehr zu sehen als entwerder nur eine abstrakte Plastik oder eine imitierende Figuration. Die Papierrisse und Papierplastiken sind deshalp nicht zuletzt "Fanghilfen" für jeden, der zu träumen bereit ist.


17.11. - 15.12.  Anne Haring und Michael Mahren - "Komplementär"

Den Text der Rede zur Eröffnung dieser Ausstellung von Martina Wehlte finden Sie hier

 

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Ausstellungsprogramm 2012:

18.03. - 15.04 Gerhard Frömel – Wandobjekte und Installationen

Schräge Verbindung, 2010, 2-teilig, Aluminium Acryllack, 46,5x82,5x7cm, in zwei Ansichten

Die Eröffnungsrede von Martina Wehlte zu dieser Ausstellung kann hier eingesehen werden.


20.05. - 17.06 Jutta und Klaus J. Albert – Stahl und Keramik

Jutta Albert, Kugel Objekt, 2007, Durchmesser 13,5cm

Klaus J. Albert, Kleine Faltung, 1995, 25x21x23cm

Die Eröffnungsrede von Martina Wehlte zu dieser Ausstellung kann hier eingesehen werden.


 

09.09. - 07.10 Mauro Staccioli – Zeichnungen und Modelle

photo E. Cattanea

Die Eröffnungsrede von Martina Wehlte zu dieser Ausstellung kann hier eingesehen werden.


11.11. - 09.12 Oliver Czarnetta – Haus im Haus – Objekte aus Beton

 


Ausstellungsprogramm 2011:

 

13.03 - 10.04 Reinhard Roy - Bilder und Skulpturen

Reinhard Roy bezeichnet den Punktraster als das charakteristische Ausdrucksmittel seiner künstlerischen Arbeit. Sein Werk ist ein Beispiel dafür, wie schnell man sich von der Realität der Bilder und Plastiken entfernt, wenn man nach Einflüssen historischer Vorbilder oder nach Ähnlichkeiten mit zeitgenössischen Arbeiten sucht. Roy hat für sich den Raster entdeckt. Dieser Fund bedeutete für ihn zugleich die Entdeckng eines neuen künstlerischen Konzepts, das nicht nur für einige Versuche, sondern für alle künftigen Arbeiten verbindlich sein sollte. Es war nicht so, dass er den Raster als Ersatz für monochrome Flächen oder als Möglichkeit von Modifikationen konkreter Bilder verwenden wollte. Vielmehr gab ihm der Raster gewisse Möglichkeiten, aber auch Grenzen vor, mit denen er sich auseinandersetzen musste. Der Widerstand, den ihm der reduzierte formale Bestand entgegenbrachte, bot ihm auch überraschende Chancen. Er teilt mit allen, die sich in der Kunst bewusst nur auf einige wenige wichtige Elemente beschränken, die Schwierigkeit, sich in der Variabilität frei zu bewegen.

 Das ergibt eine neue Bewertung scheinbar geringer Unterschiede. Unscheinbares kann das Bild in seiner Gesamtheit verändern.  Was in den Arbeiten Reinhard Roys zu sehen ist, kommt nicht von außen, sondern wird vom Raster bestimmt Dieser verweist nicht auf irgendwelche Inhalte außerhalb des Bildes. Er hat keine vermittelnde Funktion, sondern präsentiert sich selbst als künstlerische Substanz. Abzusehen ist auch nicht von den technischen Voraussetzungen. Sie sind konstitutiv für das Bild, vor allem was die Möglichkeiten der Veränderungen betrifft.

Heinz Gappmayr, Innsbruck August 2007


 

22.05 - 19.06 Sabine Brand Scheffel - Bilder und Aquarelle

Obwohl Natur einen Hauptgegenstand der Kunst Sabine Brand Scheffels ausmacht, reagiert ihre Malerei stets auf Konkretes, auf verschiedenste spezifisch ausgeprägte Formen von Natur. Wir sehen lanzettförmige Blätter und Halme, Insektenflügel, Samenkapseln, Wasserflächen, Tropfen, Nebel. Gebüsch und Geäst, Blüten, Sonnenstrahlen - freilich alles im Diffusen, in Bewegung und Struktur angedeutet. Sabine Brand Scheffel reagiert auf das Konkrete abstrahierend, weil nicht das Detail, der Einzelfall die äußere Erscheinung, sondern Eindrücke, Atmosphären und spannungsvolle Beziehungen das sind, was sie im Bild neu gesehen sinnlich erfahrbar zu machen sucht. Die Methoden dieses Abstraktionsprozesses sind malerische, initial bestimmt von der Technik des Aquarells, die einerseits formale Konsequenzen auch für ihren Umgang mit anderen Malmitteln wie Acrylfarbe, Tusche, Lack und Pigmenten zeitigt und andererseits auch mitprägt, welche Ausdrucksabsichten die Künstlerin schließlich im Werk gültig werden lässt. Die gewählte Technik ist Teil eines organischen Prozesses, in dem das Bild aus einer Synthese von tatsächlich gegebenem visuellem Anlass, Methode, Bildvorstellung und den Glücksfällen und Überraschungen des Arbeitsvorgangs zusammenfließt.

Claudia Voigt, Karlsruhe, 2009


 

10.07, Sonntag, Sondertermin zum Schlossfest: Kunst und Wein

11.00 Performance: Models zeigen Drahtkleider der Künstlerin

         Angelika Summa

11.30 Weinprobe: Feine Weine aus dem Weingut Gravino Kürnbach

         Unkostenbeitrag 5 € p.P.

14.00 Performance: Models zeigen Drahtkleider der Künstlerin

         Angelika Summa

14.30 Weinprobe: Feine Weine aus dem Weingut Gravino Kürnbach

         Unkostenbeitrag 5 € p.P.

16.00 Auftritt "Junge Gitarristen": Das Preisträger-Jugendensemble

         spielt italienische Barockmusik, Flamenco und Salsa

16.30 Weinprobe: Feine Weine aus dem Weingut Gravino Kürnbach

         Unkostenbeitrag 5 € p. P.


 

18.09 - 16.10 Michael Klenk - Malerei

In der Geste setzt Michael Klenk nicht, sondern er geleitet das Gemeinte, das Empfundene ins Bild und lässt es dort den ihm angemessenen Ort, d.h. den Ausdruck finden. Dieser Ausdruck ist bei Klenk immer ungebunden. Deutlich wird dies etwa an den Zahlen in seinen Gemälden: Sie sind völlig frei, unbelastet von Mathematik oder Mystik. Nie sind sie Träger von Bedeutung, höchstens von Andeutung. Eine Acht kann für ihn „in sich ruhend" oder „einfach nur harmlos" sein, eine Eins „demütig" oder auch „stark", die Drei „offensiv" und so weiter. Chiffren und Spuren können bei ihm menschliche Eigenschaften haben. Zahl heißt in Englisch „figure", das sich deutsch wieder in Figur, in Mensch übersetzen ließe. Klenks  Zeichen und Zahlen sind jedoch niemals auf diese oder eine andere Bedeutungsebene festgelegt. Sie sind nie abgeschlossen und schließen nie ab. Sie bleiben offen und frei. Sie fordern heraus, nie ist man vor ihnen sicher. Sie suchen nicht den Widerhall im Bekannten, sie bilden ihre eigenen Resonanzdomäne.

Tobias Wall, 2009


 

13.11 - 11.12 Jupp Linssen - Malerei

Jupp Linssens Bilder dienen zuallererst der Verortung des Künstlers selbst. Sie beschreiben seinen Umgang mit dem Leben, offenbaren seine Erwartungen, sein Sehnen und Fühlen und sein Werben um Aufmerksamkeit, Liebe, Anerkennung. Alles spielt eine Rolle. Die Geschichte, der Augenblick, das Zukünftige.

Für Jupp Linssen sind Bilder keine Abbilder von etwas. Nur bedingt zeigen sie Dinge - dies vermeint eher der Betrachter; er glaubt hier einen Nachen auf dunklem Wasser, dort ein schiefes Dach leuchten zu sehen; er erinnert sich an einen kargen Morgen bestellten Ackerlandes, an ein Feld aus ovalen Seerosen; er möchte in Linien, die als brüchige Nahtstellen zwischen Flächen liegen, Feldwege, Landmarken oder Pfade in grauweißer Schneewüste sehen. Aber dies ist allein die Welt des Betrachters. Es ist nicht Linssens Welt. Er sucht mit seinen Bildern eher das Metaphysische (neu) zu beleben, jene ursprüngliche Kraft, die die Kunst einst besaß, als es rundum noch weniger Bilder - und weniger Bildermacher - gab.

Seine Bilder besitzen darob so etwas wie eine Alltagstauglichkeit. Das bedeutet auch: Man kann sich an ihnen nicht satt sehen. Zweifellos ein Privileg für Werke wie diese, die auf einem äußerst schmalen Grat zwischen den Schubladenfantasien balancieren. Andererseits stammt diese Alltagstauglichkeit aber vor allem daraus, dass sie keine stilkritischen Kenntnisse voraussetzen. Denn sämtliche Bildelemente, nicht nur die Materialien, auch die Gesten und Formen, stammen aus dem Hier und Jetzt. Und wer sehen kann, wird die Rhythmen interpretieren können, die Figuren seinen eigenen Erinnerungen zuweisen, der wird die Kraft der Felder verspüren. Wer nicht stumpf geworden ist gegenüber den Formen, Gerüchen und Farben des Alltags, wird sie alle in diesen Arbeiten wieder finden.

Stefan Skowron, Aachen, 2010


 

Ausstellungsprogramm 2010:

 

28.03. - 25.04  Hans Michael Franke - "Kleine Steine"

Hans Michael Franke vermag, mit seinen monolithischen Skulpturen Innen- und Außenräumen zu strukturieren, sie zu beleben und ihnen dadurch eine spezifische Bedeutung zu verleihen. Zum großen Teil sind es Bodenskulpturen, ergänzt um kleinformatige Sockelarbeiten. Die Werke können als Fragmente bezeichnet werden. Formal scheinbar unvollendet, lassen sie in ihrer bruchstückhaften Körperlichkeit Ein- und Durchblicke zu, gleichzeitig entfaltet ihr „Wesen“ eine vollendete Ganzheit. Als Steinbildhauer kennt Hans Michael Franke sein Material – bevorzugt verwendet er Muschelkalk, in jüngster Zeit auch Marmor – und dessen Eigenschaften genau. Er geht bewusst bis an die Grenzen des Möglichen. Dabei entlockt er dem Stein durch  eine extreme Reduktion der Masse unerwartet sensible Wirkungen.

(Aus Katalogtext „Fragmente aus Stein“ von Annette Reich) 

 


16.05. - 13.06  Manfred Holtfrerich - Blätter und andere Bildobjekte

 

Das Spektrum und die Menge der Blätter von Manfred Holtfrerich sind unerschöpflich und prinzipiell unendlich - wie die Blattserie selbst auch, die lebenslänglich fortgesetzt werden könnte, ohne dass eine Schmälerung des Konzepts oder eine Minderung seiner Schönheit einsetzen würde. Seriell befassen sich die Blätter mit der Unendlichkeit der Zeit; jedes einzelne mit der Singularität eines Augenblicks. Der semantischen Überschneidungen im Laubwerk Holtfrerichs sind aber kein intelektuelles Spiel, sondern ein Verweis auf das paradoxe Verhältnis des mit allen Wassern der Moderne gewaschenen Künstlers zu seiner gleichwohl resistent gebliebenen Auffassung vom Schönen, das einfach da ist und sich zeigt. Diese altmodische Kategorie des Schönen beinhaltet sowohl ein Unsagbares wie ein Uneinholbares: Beschreibungen reichen an es genausowenig heran wie Reproduktionen - erstere werden Geschwafel, letztere Kitsch.

Harald Welzer

 


26.09. - 24.10  Marita Mattheck & Anne-Marie Sprenger - Bilder und Grafiken

Marita Mattheck - Verbindung 2008 - Acryl, Collage auf Leinwand, Triptychon, je 40x80cm

 

Die Bilder der Künstlerinen Marita Mattheck und Anne-Marie Sprenger, die häufig in Triptychen angelegt sind, erinnern an Fragmente fantastischer Maschinen. Die Künstlerinnen entziehen sich jedoch bewusst einer direkten gegenständlichen Bildsprache zugunsten einer abstrakten Bildfindung.

 Die Rede zur Eröffnung von Dr. Matthias Brück finden sie hier.

 

Anne-Marie Sprenger - Technik II, 2007 - Acryl/Grafit auf Leinwand, 3 Teile, je 30x30cm

 


 

07.11. - 05.12  Sabine Funke - diafan - Bilder und Grafiken

 

Im Zentrum des künstlerischen Schaffens von Sabine Funke steht die Farbe mit den ihr innewohnenden Wirkmöglichkeiten: der Lichthaltigkeit, der raumbildenden Kraft und der emotionalen Ausstrahlung. Diese Eigenschaften finden eine umfassende Charakterisierung in dem Adjektiv diafan, das zunächst "lichtdurchlässig, durchscheinend" bedeutet, aber auch ephemere Erscheinungen einschließt. Gebräuchlich ist dieser Begriff auch zur Beschreibung der lichtdurchfluteten Kathedralen der Hochgotik und dort speziell für die Erfahrung der immateriellen Erscheinung des farbigen Lichts.

Brigitte Baumstark

 


 

Ausstellungsprogramm 2009:

15.02. - 15.03: Susanne und Verena Klary: Bilder und Zeichnungen

In ihren witzig-ironischen Texten und Bildern reflektieren die Zwillingsschwestern Susanne und Verena Klary, beide Absolventinnen der Kunstakademie in Karlsruhe, Alltägliches und Geträumtes.


26.04 - 24.05: Norbert Huwer: Stegplattenbilder und Ink-Jet-Prints

Es sind auffällige, durchaus ungewöhnliche Bilder. Plastische Kästen bieten wie Flachbildschirme den Rahmen für die Malerei. Der Tiefenraum scheint festgelegt, das Relief zaubert durch die mathematisch definierte Abfolge von Sandwich-Platten und Stützen die Illusion eines festbestimmten Raumes. Stegplatten aus einem relativ starren, spröden Acrylglas halten die Farbe. Doch die Eigenschaft der Farbe ist beweglich, denn sie wird zur räumlichen Illusion, zur Verzauberung der Welt, wenn sie ihre Kraft zu entfalten vermag. Einen Rahmen hätte sie, außer sich selbst, sowieso nicht. Die Farbe vibriert aus allen Seiten in alle Räume.Der Mensch kann über das Firmament hinausblicken. Das sind die Grundbedingungen, mit denen Norbert Huwer zu Werk geht. Es ist nicht die klassische Malerei, seine Farbträger sind künstlich, sie sind aus der Werkstatt der Industrie.

Gert Reising


 

13.09 - 11.10: Peter Kastner: Imaginäre Portraits

Peter Kastners Thema ist die Gebundenheit an die Ungewissheiten im menschlichen Leben, die unsere unentrinnbare Bestimmung ist. Sein Werk ist dabei untrennbar mit seiner Persönlichkeit, seinen Überzeugungen und seinem Handeln verbunden, wobei sich diese verschiedenen Bereiche in ständiger Wechselwirkung befinden. In seinen Zeichnungen gelingt es Peter Kastner das Momenthafte, das Unbeständige und Bewegte, den Denk- und Wahrnehmungsvorgang als Protzess sichtbar zu machen. Er nutzt dabei die Stärken der Zeichnung in größtmöglicher Freiheit mittels eines individuellen Duktus, eine Idee zu entwickeln, einer Vorstellung Form zu geben, die aus Grüden der Statik oder des Materials in der Plastik nicht realisierbar ist.

"Peter Kastner zeichnet aus einem bildhauerischem Denken heraus. Er folgt jenem ureignenen Sinn der Holz- und Steinbildhauerrei, nämlich dem bildschaffenden Vorgang des Wegnehmens, indem er seine Figur mittels der Tusche, Deck- oder Ölfarbe aus dem Block herausschält und freisetzt. Bei genauer Betrachtung aber macht er das Gegenteil: Auf dem leeren, weißen Papier nimmt er nicht weg, sondern fügt zeichnend hinzu, indem er Striche setzt, Linien nachzieht und Flächen füllt. Zwischen diesen scheinbar paradoxen Verfahren von auslöschendem Umreißen und hinzufügendem Wegnehmen bewegt sich der Bildhauer als Zeichner."

Bettina Baumgärtel


15.11 - 13.12: Armin Göhringer: Holzobjekte und Papierarbeiten

Armin Göhringer passt nicht mehr in das Schema der Unterscheidung von Skulptur gleich subtraktives Abnehmen vom Block, um eine Form zu finden oder Plastik gleich additives Aufbauen einer Form. Bei ihm durchdringen sich beide Prinzipien, das Herausschälen ebenso wie das Aufbauen. Seine Werkreihen erscheinen klar und pragmatisch. Die aufsteigende Form, nennt man sie Stele oder Säule, ist eines der Grundthemen der Bildhauerkunst. Dieses auf schmaler Basis nach oben Streben ist eines der klassischen Themen der Moderne. Die Skulptur lotet gewissermaßen ihre vertikale Balancefähigkeit aus, wächst und beherrscht den Umraum, obwohl sie kaum Raum in horizontaler Richtung verdrängt.Göhringer verstärkt die Labilität dieses Gleichgewichts zwischen Aufragen und Stehenbleiben dadurch, dass er den Kern durchdringt. Man kann durch die Skulptur hindurchschauen, wie durch ein gotisches Kirchenfenster, nimmt ein Licht hinter einer dunklen Pforte wahr und eine filigrane, durchbrochene Struktur aus senkrechten und waagerechten

Das Spannende an dieser Art der Formdurchdringung ist, dass sie sich aus zwei formalen Komponenten speist: der Handschrift des Künstlers und der Handschrift des Holzes. Obwohl es um Hohlräume geht, spürt man die Dynamik zweier Linien. Das Holz teilt seinen spröden Widerstand gegen das Schneiden mit. Der Künstler ist in seine Handhabung andererseits auch stark eingeschränkt; er führt die schwere Kettensäge, der man nicht zutraut, dass sie einen feinen linearen Plan überhaupt umsetzen kann und die eine äußerste Konzentration bei der Bewegung des Instruments erfordert. Erstaunlicherweise ergibt dieses Verfahren in der Summe einen feinen melodische Schwung, der eher an das Schwingen einer Saite denken lässt als an den schweren Stamm des Holzfällers. Die Figuren fangen an zu bewegen - sich selbst und unsere Phantasie. Das Ausloten der materiellen Grenzen erbringt den fließenden Übergang von der Linie zur Skulptur. Der Bildhauer wird zum "Raumzeichner", der zugleich die kinetischen Kapazitäten des Werkstoffes wachruft.  Dies ist eine Poesie des Materials in dichtester Form und kommt der Vielseitigkeit Göhringer's Bildsprache entgegen.

Rainer Braxmaier.


Ausstellungsprogramm 2008: 

10.02. - 09.03: Doris Kaiser: "Räume"; Wandobjekte/Zeichnungen

Austellungsansicht Kunstforum Kirchberg, Schweiz, 2003

Es gibt Kunstwerke die mit einem gesunden Selbstbewusstsein in die Welt treten. Sie verkörpern den Absolutheitsanspruch einer künstlerischen Setzung die keine Fragen und erst recht keinen Widerspruch akzeptiert. Doris Kaisers Werke zählen sicher nicht zu dieser Kategorie und dies deshalb, weil ihre Arbeiten, trotz ihrer zumeist kompakten Erscheinung aus Kontrasten und Widersprüchen gefügt sind. Statt eine klare und unhinterfragbare Identität vorzustellen, pflegen sie eine Kultur des Dialogischen, die sich dem Betrachter, wenn nicht auf den ersten, dann doch auf den zweiten Blick erschließt.

Schnell erkennt man nämlich, dass man hier Objekten begegnet, die sich selbst befragen und sich dadurch einer klaren Definition entziehen: handelt es sich um Reliefs oder an der Wand fixierte Skulpturen? Genügen die Objekte sich selbst oder zitieren sie nicht vielmehr eine Funktionalität, etwa dann wenn Kisten, Rahmen oder 'Schubladen' Formen bergen? Und überhaupt, was sehen wir da, Oberflächen oder Körper, Volumen? Doris Kaiser vermeidet eine Klärung und bindet auf diese Weise die Aufmerksamkeit des Betrachters. So begeben wir uns auf die Suche nach einer kategorialen Bestimmung dessen, was uns da entgegentritt, fungieren die Werke also als Exerzierfeld des analytischen Denkens. Doch reizen sie nicht nur unseren Geist. Sie besitzen zudem eine Sinnlichkeit, deren Spannkraft sich nicht zuletzt aus der Unterschiedlichkeit der verwendeten Materialien speist. So arbeitet sie sowohl mit Ton, dessen bucklige Oberfläche die Signatur der gestaltenden Hände trägt, als auch mit Gips, der in vorgefertigte Formen gegossen wird und daher glatter und vielleicht auch anonymer erscheint. Auch wenn spätere Überarbeitungen die Reinheit des Gips trüben, dann repräsentiert seine Glätte doch eine überindividuelle Qualität, die mit der anschaulich von Menschenhand geformten, in jeder Hinsicht haptischen Oberfläche des Tons konkurriert.

Interessant ist aber nun dass dieser, aus der Eigenart der Materialien resultierende Kontrast (ähnlich den anderen beschriebenen Kontrasten) nicht zu einer Neutralisierung der Kräfte führt, sondern, im Gegenteil, dazu beiträgt, dem Werk Energien zuzuführen. Die Arbeiten gewinnen dadurch eine Lebendigkeit, die die Aussagekraft der Werke über das rein Formale hinaustreibt. Denn hier stehen nicht nur Ton gegen Gips, sondern auch das Taktile gegen das Visuelle, das Warme gegen das Kalte, das Flächige gegen das Plastische, ja, möglicherweise, sogar das Weibliche gegen das Männliche, in einer Art und Weise, die die Kontraste nicht mehr als Widersprüche erscheinen lässt. Die wechselseitige Definition fordert vielmehr eine Identitätsstiftung, die nicht der normsetzenden Autorität des Künstlers entspringt, sondern dem Werk selbst. Es liefert selbst die Erklärung für seine Existenz, für seine Lebendigkeit, die aus der Dialogfähigkeit heterogener Elemente resultiert.

Dr. Christoph Schreier Kunstmuseum Bonn

Ohne Titel, 2004, gebrannter Ton, Gips, 96 x 44 x 5 cm

 


30.03. - 27.04: Jürgen Paas, Blaue Bücher - und andere Farben,

"Archiv Farben", 2003, Installation, Galerie Lausberg/Düsseldorf, farbpulverbeschichtete Stahlbleche, verzinkte Stahlklammern, 360 x 320 x 33,5 cm, 72 tlg., je 45 x 41 x 33,5 cm, 6 tlg.

Angesichts der Vielgestaltigkeit des Werks von Jürgen Paas stellt sich die Frage, ob der Künstler als Maler anzusehen ist; denn Farbe ist ja in jeder Weise in seinen Arbeiten präsent von verhalten bis zu höchster Leuchtkraft. Schafft der Künstler nicht eigentlich Wandobjekte und Installationen, bzw. entwickelt sich sein Schaffen nicht sogar hin zur dreidimensionalen Skulptur und zu multimedialen Ausdrucksformen?

Welchen Stellenwert besitzt das einzelne Bild, handelt es sich speziell bei den mit gebranntem Farbpulver beschichteten Stahlblechen überhaupt um Bilder im tradierten Verständnis, oder sind die einzelnen monochromen Farbflächen nicht Segmente, serieller Teil eines Ganzen, dessen Präsentation variabel ist und das jeweils auf neue räumliche Gegebenheiten antwortet?

Mit seinen Ideen, die Malerei nicht nur vom individuellen Duktus des Pinselstrichs zu befreien, sich standardisierter, aus der Industrie stammender Bildträger und Farbaufträge zu bedienen, sondern sich auch mit neuen Möglichkeiten der Verwertbarkeit, der Wahrnehmung, der Wirksamkeit und der Präsentation von Kunst zu beschäftigen, geht Jürgen Paas entscheidend über den Ansatz monochromer Malerei hinaus. Er schafft ganze Wahrnehmungssysteme, die das gemalte Einzelbild der Wand entziehen - an die es ja unserer Gewohnheit entsprechend gehört - und es in andere komplexere Wahrnehmungszusammenhänge einbindet.

Maria Engels, Aachen

"Archiv Farben XXXVI", 2002, pulverbeschichtete Stahlbleche, verzinkte Stahlklammern,

30 tlg., 245 x 86 x 30 cm

 


07.09 - 05.10: Laurent Reypens, Malerei

Für den belgischen Maler Laurent Reypens steht das Licht im Zentrum seiner Malerei - und dessen permanente Veränderung lässt sich am besten darstellen, indem sich das Sujet auf die immergleiche Form beschränkt: Seit über einem Jahrzehnt malt Reypens alte Kaffeeschalen (französisch „bols") - industriell hergestellte, gleichförmige Massenware.

Dennoch ist kein Tableaux wie das andere. Manchmal scheinen die „bols" wie auf einem Regal platziert, ordentlich in Reih und Glied - bis auf eine Schale, die aus der Reihe tanzt. Ein anderes Mal wählt Reypens einen Ausschnitt aus willkürlich angehäuften Schalen, deren gebrochenes Weiß er durch fast unmerkliche Nuancen der Lichtreflexe und Schatten wiedergibt. Diese behutsam aufgetragene Farbschicht entscheidet über die Wärme der Farbe und des Lichts.

Ob in einer seriellen Reihung oder in einem vergrößerten Detail - es ist die Qualität des Lichts, die entscheidend ist, und nicht das Dargestellte selbst. Bis zu fünfzehn Farbschichten trägt Reypens auf seine Holzplatten auf. Mit dieser zeitaufwendigen, sorgfältigen Darstellung eines „banalen" Sujets stellt er einen faszinierenden Kontrast her. Je intensiver man seine Bilder betrachtet, desto mehr wird man sich der ungeheuren Anstrengung bewusst, die aus der Nichtfarbe Weiß eine Lichtfarbe macht.

Im Unterschied zu Morandi ist für Reypens die Nichtfarbe Weiß zum eigentlichen Medium geworden. Es gelingt ihm, das Geheimnis seines Mediums gleichzeitig zu offenbaren und zu verhüllen: Denn kein Weiß gleicht dem anderen. Dem Auge scheinen diese Farben vertraut, aus dem Gedächtnis lassen sie sich jedoch nicht rekonstruieren. Reypens verwendet keine industriell hergestellten Farben, sondern mischt sie selbst. Nur so lassen sich Fortschritte in der Auseinandersetzung mit den kleinsten Nuancen erzielen.

Wie Giorgio Morandi und die Maler der pittura metafisica folgt Reypens seiner inneren Vorstellungskraft, mit der er nicht nur sein „inneres", sondern auch sein „äußeres" Leben organisiert. In geradezu asketischer Disziplin beschränkt er sich auf das Minimale, das im Laufe der Zeit das Wesentliche bedeutet: das Licht, das sich ständig verändert und das er zu einer unveränderlichen Konstante macht - zumindest für die Zeit der Arbeit an einem Bild.

Milan Chlumsky, Heidelberg

Gebrochenes Weiss, Acrylfarbe auf MDF-Platte, 200 x 200 cm


26.10. - 23.11: Anna Kocourková, Fotografien

Robert Delaunay, 2004, 39 x 26 cm

Anna Kocourková hat die Fähigkeit vermeintlich Unbedeutendes zum Thema zu machen und damit aufzuwerten, dessen Notwendigkeit zu signalisieren. In Zyklen und Themen macht sie Nebensächliches zum Hauptthema. Ihre Arbeiten verleiten zum Schauen und Denken. Ihre Fotos zeigen Spannung und machen sie damit zum Kunstwerk; machen das Alltägliche zum Wesentlichen; helfen damit unser Umfeld zu ergründen und zu erleben; verbinden inhaltliche Konzentration mit formaler Schönheit. Ihre Zyklen sind spannungsvoll inszeniert, präzise arrangiert, mit klarer Deutung des Geschauten. Minimalistische Arbeiten zeugen von Selbstbeherrschung und Kontrolle der Thematik, was überzeugt.

Hanns Egon Wörlen, Museum moderner Kunst, Passau

Amsterdam, 2004, 72 x 47 cm


 

Ausstellungsprogramm 2007:

11.02. - 11.03: Klasse Volker Lehnert: "Augenweite"; Malerei/Zeichnungen

Zugegeben: Junge Kunst hat Konjunktur, alle Welt will junge Kunst. Für den einen ist sie der Inbegriff des Innovativen und Unverbrauchten (was sich dann allerdings oft sehr schnell verbraucht oder nur als oberflächlich neu erweist). Für die anderen ist sie ein Produkt, das Zukunftspotential verheißt, auch Risiko, auch vermeintliche Rendite (und wird die nicht eingelöst, gibt es immerhin die Chance, nach einiger Zeit auf noch jüngere zu setzen). Für andere geht es vor allem um das Gefühl, zu fördern und zu unterstützen (und das Soziale schiebt sich ein wenig vor das Künstlerische). Also reden wir lieber von den Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler, die kraftvoll, weil überzeugend, eine origi­näre Anschauung vermitteln. Von diesen Arbeiten geht eine doppelte Faszination aus: Diejenige des Überraschenden, ja der Verblüffung, und diejenige einer Art Versprechen in die Zukunft. Das Moment des Überraschenden liegt darin, dass solche Arbeiten etwas ein wenig Voraussetzungsloses haben. Wir wissen nicht, was vorher war und freuen uns am Auftauchen im Hier und Jetzt. Bei älteren Künstlern sind wir gewohnt, die Qualität und Authentizität einer Arbeit als Resultat zu sehen, als Summe langjährigen, vielleicht lebens­langen Bemühens. Die Stärke ist Summe langer Erfahrung und innerer Konsequenz, die wir in der Kenntnis des Werkes nachvollziehen können. Beim jungen Künstler, wohl wissend, dass er vielleicht mehr als andere von außen Anregungen aufnimmt, Vorhandenes durchdenkt und verarbeitet (und was wäre ein Studium sonst), steht das Ergebnis immer als Anfang vor Augen, der eine Fülle weiterer, womöglich größerer Möglichkeiten in sich trägt. Für dieses scheinbar vorbedingungslose, fast unerklärliche Auftauchen einer geistigen Leistung hatten frühere Epochen den Begriff und die Vorstellung des Genialen - oder wenigstens den des Wunderbaren. Wir sind da viel nüchterner, stehen aber vor dem gleichen Phänomen.Jeden Ast wollte ich als Kind malen. Als  Kind, als ich kindlich malte. Mal, was du siehst! Aber ich sehe soviele Äste, wenn ich den Wald male, dass  ich so viele Äste weglassen muss. Helge Hommes hat begriffen, Strukturen entdeckt. Daraus baut er ein Modell. Das Modell "Wald". Mit einer Demut, die erkannt hat, dass selbst die Komplexität seines Modells noch undurchdringlich war. So können nur Ausschnitte sichtbar werden. Und so malt Helge Hommes keinen Baum und keine Bäume. Er nähert sich mit dem Modell "Wald" im Modell schwarzgrüner Strukturen an. Und er sucht das Modell in einem Spannungsfeld zwischen dem Auge, das ein Netzhautbild weiterreicht, und der Einsicht, dass nur die Klarheit der Form eine Klarheit des Erkennens spiegeln und ihrerseits weiterleiten kann: an den Betrachter.

Volker Lehnert

 

siehe auch http://www.ecultart.de/index.php?newsid=277


25.03. - 22.04: Dirk Hupe: Objekte und Installationen

Sprache in ihrer visuellen Form, der Schrift, ist das wichtigste Element in den Arbeiten von Dirk Hupe. Sprache allgemein, die Möglichkeit sich und etwas auszudrücken, ist Thema seiner Kunst. Diese beginnt mit dem Schreiben von Texten, von experimentellen Texten. Wovon diese Texte genau handeln, was sie erzählen oder beschreiben, läßt sich nicht sagen, da nicht viel von ihnen übrig bleibt. Die Sprache wird, sobald sie "verschriftlicht" ist, bearbeitet. Die Texte werden mit dem Kopierer und dem Computer rauf- und runtergefahren, die Schrift bricht aus, die Texte werden zerschnitten und zerrissen, die Worte "aufgebrochen". Der so verfremdete Buchstabe, eben noch Exemplar eines gängigen Schrifttyps, hat nun ganz individuelle Züge, einen eigenen Charakter. Er hat beinah etwasvon einer Hieroglphe. Ein im Zusammenhang mit anderen Buchstaben und Wörtern eben noch diskursiv verständlicehr Text ist damit zum unverständlichen Fragment geworden. Der Schlag gegen die Schrift trifft das wichtigste Medium menschlicher Kommunikation, die Sprache. Aber wenn man die Fragmente als das ansieht, was sie nun sind, nämlich Bestandteil von Kunstwerken, wird deutlich, daß sie nicht verstummt sind.

Gerhard Finckh


13.05. - 10.06: Stefan Kunze: "Archiv Heimat"; Malerei/Zeichnungen/Installationen/Video

Einzelne Farbflecken, aus der Landschaft heraus genommen, verbinden sich mit Bäumen, Wiesen und Hügelketten. Sie verwischen und sie erschaffen Gegenstände: Schmucklose Einfamilienhäuser aus den 50er Jahren, Autos wie aus einem Spielzeugkasten, Flugzeuge wie aus dem Kintopp von Fox Tönender Wochenschau. Grün, Rot und Blau lassen einen Sommerzeppelin leise vorübergleiten. Ein Windstoß von Licht und die tiefen Schlagschatten einer Kindheit. Keine Nahsicht, keine Feinzeichnung. Flüchtige Momente einer Topographie, eine verwirrende Übersicht. Die raue Leinwand ist dafür zugleich ein eng begrenzter, aber nach allen Seiten hin offener Raum. Mit raffinierten Reizen des Malerischen und mit einem feinen lyrischem Nerv. Denn sämtliche Fragmente und Versatzstücke entstammen als Fundstücke einem Archiv. Der Begriff Heimat wird nun unvermittelt zu einem Teil unserer Erinnerung. Das Archiv Heimat. Damit ist alles gesagt, nicht im Detail, aber im Großen und Ganzen.

Das Haus, das Eigenheim, das eigene Heim, vom Volk verehrt mit Inbrunst und Zuversicht. Gleichsam einem Altar; einer Religion, der weit mehr Achtung zukommt, als einer guten Erziehung, einem humanistischen Bildungsideal, einem scharfen Verstand oder einem feinsinnigen kulturellen Gespür. Ordnung, Einteilung und Verwaltung. Massenkonsumindustrieller Esprit und eine persilgeschrubbte Hausordnung bedingen hier einander in den bürgerlichen Tugenden: Fleiß und Sparsamkeit. Und Erholungsgebiete. Dionysisch ist dies allerdings nicht gemeint. Haus und Lebensplanung unterstehen der strengen und klaren Geometrie der Zisterzienser und des Pietismus. Ora et Labora.

Wolf Pehlke


16.09. - 14.10: Peter Riek: Zeichnungen - Malerei - Plastik

 Peter Riek, geboren 1960, beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Zeichnung in ihren verschiedensten Spielarten. Neben Zeichnungen auf Papier oder Holz stehen raumbezogene Installationen, Wandzeichnungen, Eisenzeichnungen und Straßenzeichnungen. Gemeinsam ist allen Arbeiten ein abstrakt organischer Formenkanon, der sich über die Jahre langsam entwickelt. Die stillen poetischen Zeichnungen die von Vergänglichkeit und Melancholie handeln, zeugen gleichzeitig von  geglückten Momenten abstrakter Schönheit. Peter Riek studierte an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wurde unter anderem mit der Kunststiftung, der Cité des Arts Paris und dem Elsass-Stipendium des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland machten ihn als Zeichner überregional bekannt.


21.10. - 18.11: Ren Rong: Bilder, Objekte                          

In Ren Rongs Objekten, Papierschnitten und Installationen verschmelzen Motive und Techniken aus der jahrhundertealten Volkstradition Chinas mit seriellen und konzeptuellen Prinzipien der Gegenwartskunst zu einer fruchtbaren Synthese. Die Vielfalt der Chinesischen Schriftzeichen, die zwei Jahrtausende lang als Bilderschrift die Leistungen der Hochkultur des Reiches der Mitte unverändert überliefern konnte, kalligraphische Elemente, sowie die Tradition der Rollbilder und Siegelschnitte klingen in Ren Rongs Gestalt des "Pflanzenmenschen" an.

Aus der Distanz zur eigenen Kultur und in der Konfrontation mit der modernen Kunst Europas hat sich Ren Rong ein sehr persöhnliches künstlerisches Vokabular erarbeitet, mit dem er seine eigenen Identität behaupten und Zeichen für die Anderen setzen kann. Zeichen, die von einer außergewöhnlichen Vitalität und einem ungebrochenen Optimismus zeugen:

Ein positiver Entwurf ..., mit dem der Künstler die unterschiedlichen Vorstellungen von Wirklichkeit in Asien ubnd Europa zu einer kraftvollen Einheit fügen will.

Sepp Hiekisch-Picard

 


Ausstellungsprogramm 2006:

12.02. - 12.03: Helge Hommes: " ... mit der Leere als Gewand 1"; Malerei

Helge Hommes: Ohne Titel, 2003, Öl auf Leinwand, 230x450 cm

Schwarze und grüne Farbe ergibt einen Schwarzton mit einem Grünstich. Es entsteht eine Nuance, die die ungegenständliche Schwärze im Lichtschein zu etwas Materiellem ausfallen lässt.

Geäst ist die Struktur des Baumes. Es ist grundlegend. Es ist nicht tot. Der Baum im Winter ist reines Geäst. In seiner Ruhephase zeigt sich reine Struktur. Luft riecht nicht, kein lärmender Vogel. Der Mensch ganz Beobachter, ganz begreifendes Auge.

Der Wald ist unendlich. Jeden Ast wollte ich als Kind malen. Als  Kind, als ich kindlich malte. Mal, was du siehst! Aber ich sehe soviele Äste, wenn ich den Wald male, dass  ich so viele Äste weglassen muss. Helge Hommes hat begriffen, Strukturen entdeckt. Daraus baut er ein Modell. Das Modell "Wald". Mit einer Demut, die erkannt hat, dass selbst die Komplexität seines Modells noch undurchdringlich war. So können nur Ausschnitte sichtbar werden. Und so malt Helge Hommes keinen Baum und keine Bäume. Er nähert sich mit dem Modell "Wald" im Modell schwarzgrüner Strukturen an.Und er sucht das Modell in einem Spannungsfeld zwischen dem Auge, das ein Netzhautbild weiterreicht, und der Einsicht, dass nur die Klarheit der Form eine Klarheit des Erkennens spiegeln und ihrerseits weiterleiten kann: an den Betrachter.

Joachim Geil


02.04 - 30.04. Horst Peter Schlotter: Malerei, Zeichnungen

Horst Peter Schlotter: "Roll over Rose II", 2005, Print, Acryl, Pigment auf Canvas 140x82cm

Seit einiger Zeit beschäftigt sich H.P.Schlotter mit Collageserien ,in denen er vorgefundenes Bildmaterial verarbeitet.Dabei wurden auch  fragmentarische Bildzitate anderer künstlerischer Werke verwendet.So in der Serie `Secret Life´,bei der in einer Arbeit  ein Teil von Duchamps großem Glas zum Hauptmotiv wurde.

Die Bilder entstehen jüngst auch .als  Übermalungen von vergrössert  auf Leinwand  gedruckten Collagen. In der Ausstellung im Damianstor zeigt H.P.Schlotter eine neue Serie zur `Duchamp-Verarbeitung´unter dem Titel `Roll Over Rrose´.

Darüber hinaus werden in der Ausstellung Collagen und Malerei auf Leinwand, sowie Objekte präsentiert.


18.06 - 16.07. "30 x 30 x 30" Wettbewerbsausstellung       

Kunstpreis "30 x 30 x 30"

Anlässlich seines 30 jährigen Bestehens veranstaltete der Kunstverein Bruchsal "Das Damianstor" e.V. einen internationalen Kunstwettbewerb mit dem Titel "30 x 30 x 30". Europaweit kamen über 500 Anfragen dazu. Die genauen Wettbewerbsbedingungen gibt es hier. Einsendeschluss war der 01.04.2006. Es kamen 226 Fotos von Arbeiten herein, so dass die Jury und der Verein viel zu tun hatten. Von den 78 Arbeiten, die in die Endauswahl des Wettbewerbs gelangt sind, werden in der Jubiläumsausstellung im Kunstverein Bruchsal 76 gezeigt. Den Kunstpreis "30x30x30" des Kunstvereins "Das Damianstor" dotiert mit einem Preisgeld von 2000€ gewann Evelyn Kopp aus Königsbach-Stein. Er wurde ihr im Rahmen der Jubiläumsfeier im Kammermusiksaal des Schlosses am 17.06.2006 von Bürgermeister Ulli Hockenberger überreicht.

Evelyn Kopp: "Bodo", 2006, Reliev in Wachs 30x30cm

Der Kunstpreis wird gefördert durch die staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG)


17.09. - 15.10. Andreas Widmer: Objekte, Installationen

Einfache Dinge

Sie sind es und sie sind es nicht: einfache Transformationen und Neuinterpretationen entheben Objekte des Alltags ihres normalen Gebrauchs. Sie zeugen von Momenten scharfer Klarheit oder einem Schmunzeln, von überraschender Schönheit oder von Schmerz.

Das Naheliegende im wahrsten Sinn des Wortes, in seiner physischen Beschaffenheit und seinem spezifischen Gebrauch – und sei es auch das (Ausstellungs-) Gebäude, ist Ausgangspunkt der Arbeiten. Einige der Werke entstehen vor Ort.


22.10 - 19.11. Thomas P. Kausel: Malerei

Thomas P. Kausel: 5 verschiedene Cobalt-Pigmente: BLAU B 35, BLAU B 28, BLAU B 74, GELB Y 40 UND COBALTGRÜN G 50, 2004, Öl auf Leinwand, 80x70 cm

Professor Eugen Gomringer:

"mit kausel setzt ein neues überdenken an, was eigentlich farbe ist und was farbe in der kunst bewirkt und  wie farbe sich darstellt".

Thomas P. Kausel begnügt sich nicht mit dem optischen Erscheinungsbild von Farbe, mit ihrem Aussehen, sondern fragt: Was ist Farbsubstanz? Woraus besteht sie? Was hat sie für Qualitäten? Wie "funktioniert" sie? Da sie stets aus mindestens Bindemittel und Pigment zusammengesetzt ist, erforscht er die Pigmente - das sind die farbgebenden Substanzen - und ihre Eigenschaften. Wie Materie unserem Auge erscheint, wie das auffallende Licht absorbiert, reflektiert und gebeugt wird, hängt allein von der chemischen Struktur ihrer Moleküle und ihrem physikalischem Aufbau ab: appearance follows substance.

Christian Mayr


Ausstellungsprogramm 2005:

13.02. - 13.03: Sibylle Schlageter: Zeichnungen

Sibylle Schlageter: Luke, 1999, Mischtechnik auf Papier, 70x50 cm

Mit der menschlichen Figur hat sich Sibylle Schlageter lange und intensiv beschäftigt. Seit einigen Jahren ist es nun vorwiegend der architektonisch geprägte Raum, den ihre Bilder umkreisen. Kantige Blöcke, die sich vor uns auftürmen, winkelige Treppenanlagen, deren Lauf wir erst erschließen müssen, kubusförmige Gerüste, die sich uns in den Weg stellen. Dynamisch führen Dachfirste in die Tiefe, weiten schräge Flächen unseren Blick.

Es sind Ausschnitte unserer vertrauten Umgebung: eine Kellertreppe, ein Baugerüst, die Reihe der Schornsteine am Haus gegenüber. Dennoch sind Schlageters Arbeiten weit mehr als ein Capriccio aus naturalistischen Versatzstücken. Zwar ist ihr Ausgangspunkt die städtische Architektur mit den oft strengen  Reihungen  oder  der  rhythmischen Verspannung von Einzelelementen. Der Blick aus dem Atelierfenster: ein Vorrat an Formen. Aber die Künstlerin löst das gewählte Gefüge aus seiner Umgebung und komprimiert es förmlich vor unseren Augen. Sie wählt dazu neben der Zeichnung mit Graphitstift die Malerei und die Collagetechnik. Eine Palette zwischen Schwarz und Weiß - Sibylle Schlageter reduziert die Farbigkeit der Dinge, konzentriert sich auf sensible Tonwerte, die ohne kräftige Farben auskommen. Ihre Stärke liegt in der Nuancierung. Unzählige Graustufen und Beigetöne sind in Kreide und Papier vertreten, ein sattes Schwarz steht neben einem halbdurchscheinenden bläulichen Ton oder besitzt einen bräunlichen Schimmer.

 


03.04. - 01.05: Maler/Innen aus Baden

Eva Schaeuble, Rolf Behm, Isolde Wawrin: Malerei, Bildobjekte

 

Ein unvergessliches Erlebnis war für die drei damals in den 70er Jahren an der Malerakademie Karlsruhe Studierenden ein zweiwöchiger Aufenthalt in der Villa Romana mit der Klasse von Markus Lüpertz. Nach dem Studium trennten sich die Wege. 25 Jahre später finden sie zusammen zu zwei Austellungen in Offenburg und Bruchsal um die Vitalität ihrer Arbeiten zu zeigen.

 


05.06. - 03.07: Harry Meyer: Malerei - Zeichnungen

Inkubator Die Zeit, Öl, Kasein auf Leinen, 140x95cm

 

Zu allen Zeiten und in allen Kulturen wurde dem Traum prophetische Kraft zugeschrieben. Die dem »Inkubator« wortverwandte »Inkubation« bedeutet ja bekanntermaßen, an heiligen Stätten zu schlafen, um im Traum Rat auf drängende Fragen oder Heilung von Krankheit zu erhalten. Die natürliche »Zeit« für die Inkubation ist die Nacht als die Hüterin des Schlafes und der Träume. Vor diesem Hintergrund ergibt sich eine neue Bedeutungsebene für den Begriff »Umnachtung«. Die Menschen auf Inkubator Die Zeit sind im besten Sinne »um-nachtet«: sie sind geistig völlig bei sich und vollkommen konzentriert, der Überflutung durch äußere Sinnesreize enthoben, bereit und bereitet, den Rat und die Erkenntnis, die ihnen ihr Traum - oder, mit anderen Worten, ihre höchste Konzentration auf ihr innerstes Selbst und ihre intimste Einkehr zu sich selbst - bieten, zu empfangen. Aber ihre Ausgangslagen sind nicht gleich: der im oberen Bildteil befindliche, liegende Mensch, der so starr wirkt, ist der eigentlich Aktive: er hat sich der Inkubation bewußt unterworfen, er will den Rat, die Erkenntnis bzw. deren Offenbarung willentlich und vorsätzlich herbeiführen. Die beiden Menschen der unteren Bildhälfte sind zwar aufmerksam, aber eher abwartend, sie wollen prüfen und betrachten, bevor sie partizipieren, sie stehen für die bedächtigere Natur.

 


11.09. - 09.10: Bernd Hennig: "Kopf-Stehen"

Skulpturen, Installationen

Der Blick in das Atelier von Bernd Hennig erfasst ein kleines Universum. Reduziert auf wenige Materialien, breitet sich eine Ansammlung disparater Gegenstände aus, die ungewöhnlich wirken, jedoch vertraute Züge haben. Es ist eine künstliche, eigensinnige Welt von Dingen, die in einzelnen Aspekten oder auch als Ganzes durchaus Ähnlichkeiten zu unserer Lebenswelt aufweist. Die Szene gleicht einer Ausstellung in einer Galerie oder einem Museum. Für derartige Arrangements hat sich der Begriff "Installationen" etabliert, der an das Einrichten von technischen Anlagen in Gebäuden erinnert, dessen Bedeutung aber auch die "Amtseinweisungen eines Geistlichen" einbezieht. Das französische Wort "installer" meint "Einrichten, ausstatten, in ein Amt einsetzen". Sowohl in der technischen Installation als auch in der Amtseinsetzung liegt etwas, was einer künstlerischen Installation Struktur geben könnte. Ein System von Wasser-, Heizungs- oder Gasleitungen bildet einen funktionalen Zusammenhang, basierend auf einem System von Beziehungen. Die "höheren Weihen" eines geistlichen Amtes könnten als leicht gebrochene Metapher für die leichte Verschiebung vom technisch-funktionalen Bereich in einen solchen künstlerischer Sinngebung oder wenigstens oder wenigstens in ein System möglicher Bedeutung stehen.


30.10. - 27.11: Hubert Huber: Multivisionen

 ...ich... 2004, UV-Druck auf Glas, 40x30 cm

 

Ausstellungstitel: ...dig.

Digitale Projekte, dargestellt als Multivisionen und Drucke. Zur Eröffnung und am Ende der Ausstellung werden die Multivisionen als Beamerpräsentationen vorgeführt. In der Ausstellung werden von den Projekten .weg., .tri., .bie. und .ich. Einzelbilder der Multivisionen als UV-Drucke auf Glas ausgestellt.

 

.weg. 2000              "Auf dem Jakobsweg"                                          Ton: Raida Gang "Raache Kruifera"

.tri. 2001                 "Brennendes Eis"                                    Ton: Klaus Hatting, Josef Hruby, Peter Kretz

.bie. 2002               "Genuß für Leib & Seele"  c Kloster Andechs    Ton: Biermsl Blosn "Prosit con fuoco

.ich. 2004                "Biografie"                                          Ton: Gesangsgruppe Eberwein "Eisenkeilnest"

Siehe auch www.kuenstlerliste.de/huber


 

 Ausstellungsprogramm 2004:

 

15.02. - 30.03: Angelika Summa: Drahtarbeiten;

Angelika Summa: Installationsansicht, Draht

Draht ist formbar und relativ beständig; Draht taugt dazu, verschiedene Teile miteinander zu verbinden, eignet sich als Leitung ebenso wie als Zaun. Die Vielseitigkeit der Verwendung verleiht ihm gar metaphorische Kraft. Daß "jemand auf Draht ist", meint, er ist geschickt, klug im Bewältigen außergewöhnlicher Lebenssituationen. Aber auch das Moment des Improvisierens schwingt in solcher Zuschreibung immer mit. Draht ist ein sehr ambivalentes Multitalent, ohne das unsere moderne Industriegesellschaft nicht denkbar wäre. Für die Bildhauerin Angelika Summa ist Draht in seiner allgemeinsten Bedeutung Sinnbild dieser Gesellschaft. Sie zu ertragen, sich darin zurecht zu finden, darin zu bestehen ist für sie gleichbedeutend mit dem kreativen Bemühen, dem Draht eine ihr gemäße Form aufzuzwingen. Dabei werden die spezifischen Eigenschaften des Drahtes von ihr gleichermaßen genutzt, umgedeutet und hintergangen. So ist die einmal gefundene Form ihres Drahtwerkes natürlich sakrosankt - die prinzipielle Formbarkeit des Drahtes bleibt nur als Idee erhalten. 


15.04. - 30.05: Reiner Nepita: Malerei auf Papier und Leinwand

Reiner Nepita: Ohne Titel, 2003, 120 x 100 cm Öl, Graphit, Acryl, Leinwand

In der Linie steckt ein ganzer Kosmos des Lebens, vielleicht kann man es die geschriebene Philosophie des Künstlers nennen. Dabei erreicht er Lesbarkeit durch atmosphärische Übertragung, Keine Bedeutung ist verabredet, es sind Chiffren, die der Künstler für sein eigenes Weltverständnis entwickelt hat. Was wir davon ablesen können, ist unser gemeinsamer Anteil an der Welt mit ihm. Man sieht den Duktus eines Striches, das Auf- und Abschwellen der Konturen, ihren regelmäßig fließenden oder sich abrupt ändernden Verlauf. All diese Bewegungen sind Übertragungen einer körperlichen Arbeit, geben einen Empfindungsrhythmus wider, der aussagekräftig ist. Kein Plan kann die Realität ersetzen, das Bild hat für ihn nicht eine bloße, konkret gedankliche Existenz, sondern ist Abbild des Lebens: es wächst, bildet sich aus, erlangt schließlich Reife. Rainer Nepita ist ein Betrachtender, der das sehr ernst nimmt, was für alle Künstler gilt - mit den Augen leben. Das bedeutet: alles aufnehmen, was für die eigene Wahrnehmung von Belang ist. Die Botschaft, die der Künstler gibt, ist keine Nachricht, sondern es sind Zeichen, die Maler setzen, eine Welt, in die wir uns hineinversetzen können, nicht ohne Voraussetzung, aber mit einem zarten Echo - selbst der leisesten Klänge.

Rainer Braxmaier, 2003


19.09. - 31.10: Hans Sieverding: Holzschnitt - Bilder

Hans Sieverding: Ohne Titel, 2003, 120 x 110 cm Kreide auf Leinwand

Mit Hans Sieverding wird hier ein Künstier vorgstellt, dessen Arbeiten sich einer vorschnellen Aneignung widersetzen. Seine Bilder lassen komplexe Sinnbilder in prägnanten Formulierungen erscheinen, die vom Betrachter erst ergründet und gleichsam mit den Blicken ertastet werden müssen. Wir erfahren die Bildwelten Sieverdings wie ein unbekanntes Gegenüber, für dessen Verständnis unsere gewohnheitsmäßigen Aneignungsmuster und unser alltäglich verwendetes Vokabular kaum als das geeignete Hilfsmittel in Frage kommen. Sieverding setzt verschiedene, sich wechselseitig befragende Spannungsbezüge aus Figurationen (menschlichen Gestalten, Landschaftselementen und Natur) und Abstraktionen ins Bild, läßt unterschiedliche Bildentwürfe aufeinander reagieren und erprobt dabei immer neue Wege des Gestalterischen. In seinen Bildern stehen nicht die endgültig fertigen Motive im Mittelpunkt, sondern vielmehr die  prozessualen,  offenen Schritte einer Annäherung,

Detlef Stein


07.11. - 12.12: Lorenzo Mardaresco: Ikonen und Video-Installationen

Lorenzo Mardaresco: Installation in Paris 2003, Chapelle St.Louis de la Sâlpetriàre

Der von Mardaresco gesuchte und postulierte Begriff Ikone, als Zeugnis der orthodoxen Kultur gilt für uns heute als Subjekt der Beständigkeit und Unangefochtenheit und wird von dem Künstler mit etwas Neuem, in unseren Augen Beständigen gleichgesetzt. Es ist eine Herausforderung an den Betrachter, den vom Künstler angesetzten Gedankengang zu verfolgen und zu vervollständigen. Es ist nicht der erhobene Zeigefinger eines Intellektuellen, der die Gesellschaft auf den neuen Weg der Tugend bringt, der von apostolischen Gedanken getragen den einzig richtigen Weg zeigen möchte. Es geht vielmehr um einen Wink und um ein Zeichen dafür, uns zu zeigen, wo wir uns befinden.

Mardaresco nutzt dafür eine alte Tradition in der er selbst seine Kindheit und Jugend verbrachte. Er ist kein Ortsfremder, der sich erdreistet mit fremden Erfahrungen und Traditionen zu experimentieren, sondern jemand der direkt aus diesem Kulturkreis stammt und das Mysterium der orthodoxen Gläubigkeit erlebt hat. Mardaresco ist in einer orthodoxen Familie aufgewachsen. Sein Großvater, ein orthodoxer Prieser, übte großen Einfluß auf die Psyche des Kindes aus, die in einer Faszination für die Spiritualität und vor allem für die mannigfache Bilderwelt dieser Religion mündete. Diese Faszination veranlaßte den Künstler seit seinem vierzehnten Lebensjahr alle seine Schulferien im Monastir Neamt zu verbringen, um dort in der Ikonenwerkstatt zu arbeiten.

Die Ausstellung Lorenzo Mardarescos im Bruchsaler Kunstverein ist eine Aktion, in der mehrere Aspekte zusammenfließen. Mit seiner Präsentation gelingt es dem Künstler, sich auf die Wurzeln seiner Kunst zurückzubesinnen, sie aber nicht devot nachzubeten, sondern wichtige Aspekte des gesellschaftlichen Lebens einzubeziehen. In seinen Ikonen bleibt Mardaresco nicht nur formal der Tradition treu, sondern setzt das um, was mittlerweile durch die Gesellschaft ritualisiert zu einer Art "Ikone" wird, durch die man die Welt sieht und die dort ablaufenden Bilder bestaunt. Die Wiederholbarkeit der Fernsehbilder hat für Mardaresco eine ähnliche Bedeutung wie das früher vorgegebene Ikonenthema, das nicht neu erfunden zu werden brauchte, sondern ständig kopiert wurde. Die alte Kunst lebte aus der Wiederholung des Vorbildes. Die neue Kunst glaubt immer etwas Neues zu erfinden und merkt gar nicht, daß ihre Kontinuität eine Rezeption des Vorhandenen und dessen kreative Tradierung ist.

Richard Zacharuk

Siehe auch www.kunstwerk-exclusiv.de

Ausstellungsprogramm 2003:

 

16. 02. - 30. 03: Alexandra Deutsch: Objekte und Installationen

Alexandra Deutsch: "Gewächse", 2002, je ca. 68x65x25cm geschöpftes Papier usw.


13. 04. - 18. 05: Edda Jachens: Malerei, Bildobjekte

Edda Jachens: "Atmosphäre Blau 17 10 02", 50x50cm Acryl, Parafin, Wachspigment


25. 05. - 13. 07: Johannah Helbing-Felix: Zeichnungen, Luftfotografie

Johannah Helbling-Felix: "Tärnaby V2", 185x240cm, Kreide, Bleistift, Pastell auf Papier


14. 09. - 25. 10: Hans Thomann: Skulpturen, Bilder

Hans Thomann: Ohne Titel, 2002, Höhe 180cm, Fieberglas


09. 11. - 14. 12: Ulrich Klieber: "Domestic Scenes"

Ulrich Klieber: "Domestic Scenes l", 2002, 100 x 190 cm Acryl auf Leinwand

Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, den 9.11. um 11.00 Uhr. Einführung: Prof. Dr. Helmut G. Schütz. Zur Person Ulrich Klieber siehe auch "Burg Giebichstein"ereich